Schoßchronik

Schloß Wackerstein (Foto W. P.)
Das Wappen von Ritter Konrad Wackerstein. Originalfarben unbekannt, hier vom Redakteur koloriert.

Die neuere Geschichte und der Anblick des Ortes sind vom Schloss Wackerstein geprägt. Weithin sichtbar thront es auf dem steilen Abbruch eines Juraausläufers, strategisch günstig können die Donau und das weite Umland überblickt werden. Die Anfänge liegen im Dunkeln, anstelle einer vorgeschichtlichen Abschnittsbefestigung soll von den Edelleuten Wacker etwa um 900 n. Chr. eine Burg errichtet worden sein, "der Stein, der Felsenberg, die Felsenburg des Wachsamen, des Tüchtigen, des Wackeren".

1206 wird Konrad Wackerstein, 1264 Berthold de Wackerstein als Zeuge erwähnt.

1369 siegelt Ritter Konrad von Wackerstein mit seinem Wappen: (Stadtarchiv Augsburg, Wappensammlung von Eduard Zimmermann.) Ein Schild, das durch einen Schrägbalken zweigeteilt ist, der drei Lilienrosen trägt. Die Farben sind unbekannt. In den folgenden Jahrhunderten listet die Chronik eine Vielzahl von Besitzern auf, darunter hohen und höchsten Adel, hier eine Auswahl:

1442 Herzog Ludwig der Bärtige von Bayern-Ingolstadt erobert die Burg.

1469 Herzog Albrecht der lV. von Bayern-München übergibt die Veste seinem Rat von Schmiechen, der auch Ettling erwirbt und die beiden Hofmarken vereint.

1638 Graf v. Lodron wird als Besitzer genannt. Erwähnenswert, weil das Ehewappen Lodron/Hußmann als "Schlosswappen" von der FF Wackerstein und später auch von der Reservistenkameradschaft übernommen wurde. Links auf dem zweigeteilten Schild ein springender Löwe mit verknotetem Schwanz, rechts eine achtzackige Lilienrose. Letztere führte um 1000 Robert der II., Stammvater des Französischen Königshauses (Kapetinger) im Schild.

1708 Der Bayer. Feldmarschall Baron von Weickel besitzt das Schloss.

1732 Kurfürst Albrecht, später Kaiser Karl der Vll., erwirbt das Schloss.

1745 Kurfürst Maximilian lll. Josef erbt das Schloss.

1781 Neubau durch Freiherrn Anton von Wadenspan.

1811 Freiherr Friedrich von Jordan erwirbt das Schloss und die damit verbundenen Hofmarksrechte. Der Hofmark Wackerstein, zu der seit alters her der Weiler Dötting zählte, waren die Hofmarken Ettling und Mitterwöhr angegliedert. Der Besitzer einer Hofmark besaß das Recht in seinem Bereich die niedere Gerichtsbarkeit auszuüben.

1814 Jordan kann auch das Herrschaftsgericht II. Klasse erwerben, welches die Steuerdistrikte Wackerstein mit Dötting, Dünzing, Menning mit Auhöfe, Oberhartheim mit Unterhartheim und Pleiling, Unterdolling mit Hagenstetten und Harlanden sowie Pförring mit Ettling umfasst.

1818 Das Herrschaftsgericht muss wieder aufgelöst werden, Grund: Mit der Konstitution von 1808 und der Staatsverfassung und dem Gemeindeedikt von 1818 werden gutsherrliche Machtbefugnisse mehr und mehr eingeschränkt und von öffentlicher Verwaltung übernommen.

1829 Jordan verkauft seine gutsherrlichen Rechte an den Staat, somit ist das Schloss Wackerstein Privatbesitz und die Wackersteiner sind von Hand- und Spanndiensten, Steuern und all den anderen Verpflichtungen und Abhängigkeiten dem Schlossbesitzer gegenüber befreit.

1989 Nach mehrfachem Besitzerwechsel erneut eine Schlossrenovierung, es werden Eigentumswohnungen gebildet und vermietet.